Joachimsthal – Schorfheidestadt zwischen zwei Seen

Versteckte Geschichte(n) in Joachimsthal

1604 wurde Joachimsthal vom Kurfürsten Joachim Friedrich gegründet – daher auch der Name der Stadt. Bereits 1601 ließ er bei der Burg Grimnitz eine Glashütte errichten, deren Glasherstellung überaus erfolgreich lief. Zudem plante man zeitgleich eine Fürstenschule nach sächsischem Vorbild, um Jungen auf das Universitätsstudium besser vorzubereiten. Im August 1607 wurden Kirche und die Schule für 120 Knaben eingeweiht. Joachimsthal blieb im Zweiten Weltkrieg unversehrt, so dass sich heute noch viele der nach dem Stadtbrand im Jahr 1814 wiedererrichteten Gebäude besichtigen lassen.

fotolia © Heike Jestram

Die Schorfheidestadt liegt zwischen dem flachen und runden Grimnitzsee und dem tiefen, fast glasklaren, lang gestreckten Werbellinsee. Joachimsthal bietet den Urlaubern der Werbellinsee-Region sämtliche Versorgungsmöglichkeiten. Neben vier Supermärkten, finden Sie hier auch Bäcker, Fleischer, Apotheke und Banken. In der Töpferstraße gibt es in der Tourist-Information montags bis samstags kompetente und freundliche Tipps für Ihren Urlaub oder Ausflug.

Stadtspaziergang mit liebevoll gepflegten Gebäuden

Wer bei seinem Stadtspaziergang mit etwas Zeit einen Blick auf die Details legt, wird in Joachimsthal mit einigen interessanten Ein- und Ausblicken belohnt. Der große Stadtbrand vom 20. April 1814 hatte fast die komplette Stadt zerstört. 39 Gehöfte, Schulamtshof, Brauerei, Brennerei, Kirche, Schule und Predigergehöft brannten nieder. Der bekannte Baumeister und Architekt Karl-Friedrich Schinkel war persönlich an den Planungen zum Wiederaufbau der Stadt beteiligt.

Joachimsthal trägt die Handschrift Karl-Friedrich-Schinkel

Vor allem an der Kreuzkirche ist seine Handschrift im neugothischen Stil noch erkennbar. Für den fehlenden Kirchturm ist das Joachimsthaler Bauwerk bekannt. Dieser wurde allerdings bei den Bauarbeiten von 1814 bis 1817 nicht einfach vergessen. Baumeister Schinkel verzichtete hingegen absichtlich darauf – zu Gunsten eines imposanten Glockengiebels zwischen zwei Ecktürmchen.

Joachimsthal Biorama AussichtsturmZwei Briten laden zum Ausblick auf die Dachterrasse

Hoch hinaus per Treppe oder Lift geht es für alle höhentauglichen Besucher am ehemaligen Wasserturm in Joachimsthal. Das 27 Meter hohe Denkmal trägt den Namen BIORAMA, das als Abkürzung für “Biosphären Panorama” steht. Innerhalb von nicht ganz zwei Jahren Bauzeit (2005-2006) wurde der Turm vom britischen Pärchen Sarah Philips und Richard Hurding saniert. Beide arbeiten und leben dort und geben den Urlaubern am Werbellinsee auf ihrer Dachterrasse einen einmaligen Blick auf die Landschaft frei. Hier finden aber auch immer wieder Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie Projektworkshops angeboten.

Joachimsthaler Kaiserbahnhof war einst „Haltpunkt Werbellinsee“

Dem passionierten Kaiser Wilhelm II. hat die Stadt einen weiteren der heutigen Anziehungspunkte zu verdanken. Der Kaiser wollte einmal jährlich auf möglichst kurzem Weg zum Werbellinsee und zum Jagdhaus Hubertusstock. Entsprechend bekam Joachimsthal neben dem Stadtbahnhof eine zweite Station an die Bahnlinie Britz – Fürstenberg gesetzt. Das dreiteilige Gebäudeensemble mit Empfangsgebäude, Hotel, Restaurant und Kaiserpavillion wurde 1898 vom Kaiser persönlich eingeweiht. Bis Ende der 1990er Jahre hieß er Haltepunkt “Werbellinsee”. Das weitgehend erhaltene Baudenkmal wurde von 2004 bis 2007 saniert und wird heute von einer Regionalbahn RB63 von und nach Eberswalde angefahren.

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